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Sebastian Bever, 28 Jahre, Erzieher

Sebastian Bever

Wie alles begann…

Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung als Vermessungstechniker im Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt erworben. Mir wurde im letzten halben Jahr der Ausbildung klar, dass ich diesen Job nicht für mein Leben machen will. Ich hatte das Bedürfnis, im sozialen Bereich zu arbeiten. Das kam mir vielseitiger vor und bietet viele Facetten.

Außerdem empfand ich es als besonders wichtig, dass ich mich selbst verwirklichen kann. Ich wollte nicht jeden Tag im Amt sitzen und alles nach „Schema F“ erledigen. Schon während der Ausbildung empfand ich den Job als gähnend langweilig und die Zeit verging nur sehr schleppend.

Ich wollte große und kleine Menschen in ihrem Leben begleiten. Besonders wichtig ist es mir, die Menschen zu unterstützen, die mit einer Behinderung leben, sodass sie genauso teilhaben können wie jeder andere Mensch auch. Also absolvierte ich nach meiner ersten Ausbildung die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger.

Warum Erzieher…

Es ist besonders fantastisch zu sehen, wie die Kleinen Tag für Tag immer neue Dinge entdecken und sehr schnell für ihr Leben dazu lernen. Da wird es nie langweilig. Besonders die Ehrlichkeit und Aufgeschlossenheit der Kinder ist toll, was leider im Laufe des Lebens bei vielen Erwachsenen verloren geht.

Da ich gerne in der Natur bin und mich selber gerne viel bewege, passte der Erzieherberuf wie die Faust aufs Auge. Der unbändige Drang nach Bewegung in der Entwicklung eines Kindes ist genial, so dass man oft draußen sein kann und gemeinsam auf Erlebnistour gehen darf.

Wie es weitergeht…

Im Laufe der Zeit wurde mir immer mehr bewusst, welche Möglichkeiten der Erzieherberuf bietet, um sich in der Pädagogik weiterzuentwickeln. Daher absolviere ich derzeit berufsbegleitend noch eine Ausbildung zum Individualpsychologischen Berater.

Für die Zukunft kann ich mir vorstellen, nebenbenberuflich Eltern in Erziehungs- und Familienfragen zu begleiten oder in sozialen Einrichtungen Unterstützung in Bezug auf Teamentwicklung und Fortbildungen zu geben.

Trotzdem wird es mir immer wichtig sein, die Basis bei den Kleinen zu haben, denn sie geben einem Mut und von ihnen kann man sehr viel lernen.

Kindermund tut Witze kund…

Hier eine kleine Anekdote zum unbekannten Objekt Brennnessel.

  • Ich bespreche mit einem Jungen an der frischen Luft die Pflanzen im Garten und er fragt mich: „Was ist das?“
  • Ich: „Das ist eine Brennnessel, die brennt.“
  • Junge: „Hhm...kann man die anfassen?“
  • Ich: „Ja, die kann man anfassen. Kann aber sein, dass es weh tut.“
  • Junge: „Hhm...“ und ist weiter gegangen.

Wenige Minuten später kommt der Kleine wieder zu mir und sagt: „Das brennt. Es tut weh.“

  • Ich: „Ja, das ist eine BRENNnessel. Wenn du willst, kannst du deine Hand unter Wasser halten. Die wird wahrscheinlich nicht lange brennen.“
  • Der Junge geht weg und versorgt sich selbst.

Das Thema Brennnessel war damit abgehakt. Der Junge kennt jetzt die Pflanze UND ihre Wirkung. So lernen die Kleinen wertfrei und ohne Vorurteile. Ich als Erzieher bleibe neutral und folge dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe mit Vertrauen und Zutrauen“!!!


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