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Philip Haug, 24 Jahre, Erzieher

Philip Haug

Wie alles begann…

Nach Abschluss der mittleren Reife begann ich eine Ausbildung zum Metallbauer. Schnell merkte ich, dass ich in diesem Beruf nicht glücklich werde und brach die Ausbildung nach einem Jahr ab. Kurzerhand tauschte ich Stahlträger und Schweißgerät gegen Kinderlächeln und einer Menge Spaß in Form eines Jahrespraktikums auf einem Bauspielplatz. In diesem Jahr kristallisierte sich mein berufliches Interesse heraus und ich wusste, was ich werden will – Erzieher!

Trotz des langen Weges, der vor mir lag, begann ich die zweijährige Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten in der Isestraße. Der Unterricht und die Praktika haben mich nochmals in meiner Entscheidung bestärkt. Direkt nach der Ausbildung stieg ich in die Ausbildung zum Erzieher in der Europaklasse an der Fachschule für Sozialpädagogik in der Wagnerstraße ein. Die Besonderheit: Das Schwerpunktpraktikum fand im Ausland statt. In meinem Fall in der Hauptstadt Lettlands, in Riga. Mein Arbeitsplatz dort war in einem Freizeitschloss für Kinder und Jugendliche. Die vier Monate in Riga waren voll gepackt mit großartigen und spannenden Erfahrungen. Nach Abschluss der Ausbildung zum Erzieher bin ich dann in der Kita Burgwedel des Arbeiter-Samariter-Bundes in Schnelsen gelandet und arbeite dort seit circa einem Jahr.

Warum Erzieher…

Meine Freizeit verbringe ich zum größten Teil beim Sport oder als Feuerwehrmann bei der freiwilligen Feuerwehr. Sport und Bewegung ist bei Kindern immer angesagt und genau das, was die Kleinen brauchen. Ob beim Bolzen auf dem Fußballplatz, beim Klettern auf Bäume im Wald oder einfach beim Fangenspielen auf der Wiese, die Kinder lieben es sich an der frischen Luft zu bewegen – genau wie ich. Die Arbeit an der frischen Luft und in der Natur ist nur einer von vielen Gründen, warum mir der Erzieherberuf so gut gefällt. Bei der Feuerwehr bin ich unter anderem Ausbilder in der Jugendfeuerwehr, somit kann ich auch meine beruflichen Fähigkeiten in mein Hobby einbringen und andersrum. Den richtigen Umgang mit Feuer, einen Notruf absetzen oder das Verhalten im Brand- und Notfall kann ich den Kindern durch mein Hobby sehr gut vermitteln und sie damit begeistern.

An dem Beruf Erzieher gefällt mir besonders gut, dass ich viele Freiheiten in der Gestaltung meines Alttags habe und meine eigenen Entscheidungen treffen kann. Ob malen, handwerken, toben, forschen, lesen, gärtnern, plantschen, matschen, klettern oder einfach spielen. Ich kann mit den Kindern raus gehen, wenn die Sonne scheint, drin bleiben, wenn es regnet, Ausflüge machen, die Kita verschönern, etwas im Garten pflanzen und so weiter. Die Liste ist endlos. Die Vielseitigkeit macht den Beruf einfach so einzigartig. Außerdem ist die rasante Entwicklung der Lütten sehr beeindruckend und faszinierend. Es ist großartig, diese wichtige Zeit im Leben der Kinder mitzuerleben und mitgestalten zu dürfen.

Wie es weitergeht…

Für meine berufliche Zukunft habe ich mir das Ziel gesetzt, Sozialpädagogik zu studieren und irgendwann als Leitung in einer Kita zu arbeiten oder in die Jugendarbeit zu wechseln. Das ist aber nur der grobe Plan. Derzeit bin ich froh und glücklich an der Basis zu arbeiten und könnte mir keinen besseren Arbeitsplatz für mich vorstellen! Als Erzieher habe ich ohnehin eine Vielzahl von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, auf die ich mich vorerst konzentriere.

Bester Kinder-Kommentar in meinem Alltag

Der wohl lustigste Moment ereignete sich während eines Ausflugs mit den Kindern in den Wald. Thomas stand vor einem Baum und guckte diesen ganz genau an. Ich stand etwas weiter weg und beobachtete ihn. Erst als ich „Hallo! Mein Name ist Thomas! Wer bist du??“ hörte, ging ich hin und guckte mir an, was Thomas da macht. Er hatte einen kleinen blauen Käfer entdeckt und wollte Freundschaft mit ihm schließen, weil er – ich zitiere – „…so ein lustiges Kerlchen ist“. Solche Momente zeigen mir immer wieder, wie wunderbar einfach Kinder die Welt sehen. Manchmal könnten wir Erwachsene uns eine Scheibe davon abschneiden…


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