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Guido Höper, 24 Jahre, Erzieherfachschüler

Guido Höper

Wie alles begann...

Ich habe meinen Realschulabschluss gemacht und war dann noch ein halbes Jahr in der 11. Klasse auf der Waldorfschule. Das brach ich dann aber ab und bin stattdessen spontan mit 500 Euro in der Tasche nach London gezwitschert. Dort habe ich ein knappes Jahr bei Starbucks gejobbt.

Als ich zurück gekehrt bin, habe ich meinen Zivildienst als Hausmeister im Kulturzentrum in Duvenstedt  angefangen. In dem Haus gab es auch einen Kindergarten. Die Kinder kamen ab und zu mal bei meinem Hausmeister-Kabuff vorbei, haben geklopft und mich gefragt, ob ich nicht mal mitkomme, um sie beim Schaukeln anzustoßen oder von ihnen Kuchen zu probieren. Nach und nach habe ich die Erzieherinnen besser kennengelernt. Ab und an, wenn ich nichts zu tun hatte, durfte ich dann bei ihnen mit aushelfen oder auch Ausflüge beispielsweise zum Biobauernhof mit begleiten.

Während des Zivildienstes fiel die Entscheidung, die Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten (SPA) zu beginnen. Während meiner SPA-Ausbildung habe ich in einem Privatkindergarten in Eppendorf Praktikum gemacht. Da wurden 15 Kinder von vier, fünf ErzieherInnen betreut. Sehr guter Personalschlüssel, das war toll. Danach war ich auf dem Kiez am Hamburger Berg. Das war von den Rahmenbedingungen her das komplette Kontrastprogramm, aber auch sehr schön. Danach habe ich nahtlos meine Erzieherausbildung begonnen.

Warum Erzieher…

Ich möchte Erzieher werden, weil ich gerne mit Kindern arbeite und sie mir sehr ehrlich und authentisch sagen, was Sache ist. Außerdem kann ich meine Leidenschaft – das Beatboxen – wunderbar damit kombinieren. Die Kinder springen sehr auf das Thema an, weil sie mit Geräuschen experimentieren und das sehr gut in ihre Lebenswelt passt.

Während meiner Ausbildung habe ich gemerkt, dass Erzieher ein sehr anspruchsvoller und zum Teil sehr anstrengender Beruf ist. Doch dafür bekommt man in dem Beruf auch die Anerkennung und Liebe der Kinder.

Wie es weitergeht...

Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach meiner Erzieherausbildung noch ein Studium wie beispielsweise „Soziale Arbeit“ aufzusatteln. Ich will mir damit weitere Karriere- und Verdienstoptionen eröffnen.

Ich könnte mir auch vorstellen, mich mit dem Beatboxen als Instrument der Sprachförderung für Kinder wie beim Modellprojekt Mini-Beatzzz (link zu Mini-Beatzzz) selbstständig zu machen. Ich könnte beispielsweise Kinder-Workshops für Kitas anbieten oder Erzieherinnen und Erzieher coachen, wie sie selbst die Grundlagen des Beatboxings gezielt zur Sprachförderung nutzen.

Kindermund tut Witze kund…

Bei einem meiner Kita-Beatbox-Kurse gab es eine witzige Situation. In Wilhelmsburg in der Kita Koppelstieg saß ich mit den Kids zusammen und jeder sollte einmal das Mikrofon in die Hand nehmen, um ein Geräusch zu machen.

In der Gruppe war ein kleines türkisches Mädchen, dreieinhalb Jahre alt und ganz schüchtern. Zuvor hat sie nie einen Ton gesagt. Völlig aus dem Kontext gerissen, nimmt sie auf einmal das Mikrofon und wispert mit ganz, ganz leiser, piepsiger Stimme: „Haaaase.“ Das war so süß. Es war das erste Wort, was ich aus ihrem Mund gehört habe.


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